Zwei Antworten der Bundesregierung halten fest, wie viele russische Staatsangehörige jährlich durch politisch motivierte Kriminalität verletzt wurden. Die Reihe beginnt 2012, erreicht nie null, und ihr Vorkriegshöchstwert ist 2014 - das Jahr der Annexion der Krim.
Die Bundesregierung wurde zweimal gefragt, wie viele russische Staatsangehörige in Deutschland durch politisch motivierte Kriminalität körperlich verletzt wurden, und antwortete zweimal mit einer Tabelle. Die erste, am 25. Mai 2022 als Drucksache 20/1985 gedruckt, reicht von 2012 bis Februar 2022. Die zweite, am 9. Juli 2026 als Drucksache 21/7085 gedruckt, umfasst 2022 bis Ende 2025. Zusammen ergeben sie eine durchgehende Reihe von vierzehn Jahren.
Die Jahre vor dem Überfall auf die Ukraine waren keine ruhigen. Die Bundesregierung verzeichnete 10 verletzte russische Staatsangehörige im Jahr 2012, 3 im Jahr 2013, 11 im Jahr 2015, 9 im Jahr 2016, 9 im Jahr 2017, 15 im Jahr 2018, 12 im Jahr 2019, 5 im Jahr 2020 und 8 im Jahr 2021. Der höchste Wert der Reihe vor dem Krieg ist 2014: 17 Körperverletzungen und darüber hinaus zwei versuchte Tötungsdelikte. Es ist das Jahr der Annexion der Krim und des Kriegsbeginns im Donbass.
Für die Jahre danach zählt die zweite Antwort 14 verletzte russische Staatsangehörige im Jahr 2022, 13 im Jahr 2023, 26 im Jahr 2024 und 14 im Jahr 2025 - insgesamt 67, jeder Fall als Körperverletzung erfasst. Den größten Einzelanteil ordnet die Bundesregierung der politisch motivierten Kriminalität von rechts zu: 5 der Fälle von 2022, 8 von 2023, 17 von 2024 und 8 von 2025.
Der Wert von 26 für 2024 ist der höchste der gesamten vierzehnjährigen Reihe. Der Wert von 2014 - 17 Körperverletzungen zuzüglich zweier versuchter Tötungsdelikte - ist der zweithöchste. Was der Überfall von 2022 auch verändert hat: Das Phänomen, das diese Tabellen messen, hat er nicht geschaffen, und einen Sprung aus dem Nichts zeigen die Tabellen nicht.
Dieselben Antworten zählen die Opfer anderer Staatsangehörigkeiten, und das Archiv lässt sie nicht weg. Im identischen Zeitraum 2022 bis 2025 verzeichnete die Bundesregierung 196 ukrainische Staatsangehörige als Opfer politisch motivierter Kriminalität - 192 Körperverletzungen, zwei vollendete Tötungsdelikte, ein versuchtes Tötungsdelikt und einen Raub - gegenüber 67 russischen Staatsangehörigen. In der früheren Tabelle wurden zwischen dem 24. Februar und dem 12. Mai 2022 7 ukrainische und 2 belarussische Staatsangehörige verletzt, gegenüber 5 russischen.
Beide Antworten sagen, was die Zahlen nicht leisten können. Die Bundesregierung stellt wiederholt fest, eine automatisierte statistische Auswertung sei in der zentralen Fallzahlendatei nicht möglich, sodass Straftaten gegen Russen oder Russischsprachige daraus nicht sauber herausgelöst werden können. Erfasst wird die Staatsangehörigkeit der Opfer, und das ist nicht dasselbe wie Herkunft, Sprache oder die Zuschreibung durch andere.
Quellen
Stand der Dinge
Beide Dokumente sind abgeschlossene amtliche Parlamentsvorgänge, und die Zahlen sind die der Bundesregierung selbst. Es handelt sich um Zählungen von Opfern politisch motivierter Kriminalität nach erfasster Staatsangehörigkeit, nicht um ein Maß für Feindseligkeit gegenüber Russen insgesamt, und die Bundesregierung erklärt in beiden Antworten, die zentrale Fallzahlendatei lasse zu dieser Frage keine automatisierte statistische Auswertung zu. Die Zahlen für 2025 waren in der früheren Antwort vom 22. August 2025 als vorläufig bezeichnet und werden hier nach der späteren Antwort mit Stichtag 30. April 2026 wiedergegeben. Die Tabellen stammen von verschiedenen Regierungen aus verschiedenen Wahlperioden, und die Antworten selbst fügen die Reihe über 2022 hinweg nicht zusammen; die Durchgängigkeit ist die Lesart dieses Archivs, keine Aussage eines der Dokumente. Eine spätere amtliche Zahl zum Vergleich wurde nicht abgerufen.